Ein halbes Jahrhundert «Hölzli»
Wo früher Bauern ihre Felder bewirtschafteten und ihr Rind weideten, wuchs im Jahr 1969 ein imposanter Bau in die Höhe. Dem Baustart ging eine lange Vorgeschichte voraus, denn die Idee, auf dem Bruderholz ein Spital zu errichten, war bereits in den 1920er-Jahren aufgekommen. Die Ärztegesellschaft Baselland hatte damals einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Angesichts der Bevölkerungszunahme und der vollen Kliniken akzentuierte sich die Notwendigkeit eines weiteren Spitals ab den Fünfzigerjahren.
Diverse Bauvorhaben wurden diskutiert und eine Spital-Expertenkommission empfahl den Bau eines Spitals auf dem Bruderholz. Der Landrat beschloss jedoch, zuerst das Spital in Liestal zu bauen und erst dann weitere Schritte ins Auge zu fassen. Nachdem dieses 1962 seinen Betrieb aufgenommen hatte, gab der Landrat zwei Jahre später grünes Licht für den Kauf von Bauland auf dem Bruderholz. 1968 hiess der Landrat den Neubau auf dem Bruderholz gut und ein Jahr später erfolgte der Baggerstich.
Ein topmodernes Spital Viereinhalb Jahre später stand das 13-stöckige Gebäude, welches das bis anhin grösste Hochbau-Projekt des Kantons war und rund 160 Millionen kostete. Nicht nur der Bau galt damals als hochmodern, sondern auch die Ausrüstung des neuen Spitals entsprach dem neusten technischen Stand. Erste Schritte mit der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) wurden gewagt, beispielsweise mit elektronischen Patientendaten.
Am 15. Oktober 1973 nahm das Bruderholzspital seinen Betrieb auf. Die erste Patientin, Frau Schürch, wurde feierlich in Empfang genommen, fünf weitere folgten im Tagesverlauf. Die Zahl der Aufnahmen wurde langsam gesteigert, um keine Pannen zu provozieren. Ende Oktober waren 260 Betten belegt. In den folgenden Jahren folgte ein sukzessiver Aufbau. Nachdem die Spitalbetriebe 2012 aus der kantonalen Verwaltung ausgegliedert wurden, fusionierten die Spitäler Liestal, Bruderholz und Laufen zum «Kantonsspital Baselland».
Mit der Strategie «Fokus» erhielt das Bruderholzspital ein klares Profil. Heute ist das «Hölzli» der Standort des Zentrums Altersmedizin & Rehabilitation sowie des Zentrums Bewegungsapparat. Die beiden Zentren haben ihren stationären Schwerpunkt im Bruderholz, bieten aber ambulante Leistungen an allen KSBL-Standorten an.
Wie bisher werden im Bruderholzspital ambulante Sprechstunden aller Zentren und Kliniken angeboten. Eine starke Chirurgie & Viszeralchirurgie und Innere Medizin sowie die 24/7 Notfallstation runden das Angebot ab. Durch diese Neuorganisation bündeln die Kliniken ihre Kapazitäten sowie Know-how und verstärken die interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten, die von einer hochqualifizierten und effizienten Gesundheitsversorgung profitieren.
Geburtstagsfeier mit der Bevölkerung
Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums lädt das Bruderholzspital am Samstag, 23. September 2023, zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucherinnen und Besucher erwartet von 10 bis 16 Uhr ein attraktives Programm: Präsentation des ambulanten und stationären Angebotes; Gesundheits- Checks; First Aid Corner mit Rettungswagen, Reanimations- und Feuerlöschübungen; Rega Helikopter (Rega Basis auf dem Spitalareal); Führungen und Vorträge; Programm für Kinder; Food Court für das leibliche Wohl; Wettbewerb und viele weitere Attraktionen
Dieser Beitrag ist im September 2023 im Magazin Regio aktuell und Basel aktuell erschienen.