Einleitung
von Barbara Staehelin, Verwaltungsratspräsidentin und Lukas Rist, CEO
«Effizienz und Exzellenz vorantreiben»
Liebe Leserinnen und Leser
Im Jahr 2025 konnte das KSBL seine positive Entwicklung weiter festigen. Nach der anspruchsvollen Situation im Jahr 2023 mit nachfolgendem Umbau der Geschäftsleitung zeigt sich das Unternehmen heute deutlich stabiler aufgestellt. Eine klare Priorisierung von Themen und Projekten sowie eine konsequente Steuerung zeigen Wirkung. So gelang es dem KSBL, die Wirtschaftlichkeit im Berichtsjahr erneut zu verbessern, obwohl die Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd sind.
Neben einer verbesserten Effizienz im Personaleinsatz trug auch ein gutes Patientenaufkommen wesentlich zum positiven Ergebnis bei. Diese Effekte führten zu einer bedeutenden Verbesserung des EBITDA, der im Jahr 2025 auf 25,7 Mio. CHF (Vorjahr: 14,3 Mio. CHF) anstieg. Bei einem Umsatz von 481 Millionen CHF (Vorjahr 460 Mio. CHF) erzielte das KSBL im Jahr 2025 einen Gewinn von 2,8 Mio. CHF.
Im Jahr 2025 konnte das KSBL die Anzahl der behandelten Patientinnen und Patienten insgesamt steigern. Die Zahl der stationären Fälle erhöhte sich um 3,7 % auf 24 005. Im ambulanten Bereich gab es 2025 270 707 ambulante Patientenkontakte, eine Steigerung von 0,4 %.
Anhaltender Investitionsbedarf
Das positive Jahresergebnis ist erfreulich und erfüllt uns mit Stolz. Gleichzeitig dürfen wir uns weder darauf ausruhen noch davon täuschen lassen. Die in der Bilanz ausgewiesenen Abschreibungen fallen für ein Spital unserer Grösse eigentlich zu tief aus, da die bestehende Infrastruktur weit über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer hinaus genutzt wird. Die zukünftigen Instandsetzungs- und Erneuerungsinvestitionen werden in den nächsten Jahren zu deutlich höheren Abschreibungen führen. Dementsprechend steigt dann auch die Latte für ein positives Geschäftsergebnis an.
Es sind also weiterhin grosse Anstrengungen nötig. Eine EBITDA-Marge von 10 %, die als Basis für selbsttragende Investitionen gilt, läge bei unserem Umsatz bei 48 Mio. CHF. Auch wenn unser Kurs stimmt, ist der Weg bis dahin noch weit.
Effizienz und Prozesse von zentraler Bedeutung Entsprechend kommt der betrieblichen Effizienz des KSBL eine zentrale Bedeutung zu. Gleichzeitig ist es uns ein Anliegen, ein guter Arbeitgeber zu sein. Das heisst, dass wir diese Effizienz weiterhin in einer Teamleistung gemeinsam entwickeln wollen. Dies gilt umso mehr, als im Schweizer Gesundheitswesen generell tiefe Margen vorherrschen und deshalb Effizienzsteigerungen sowie ein wirksames Kapazitätsmanagement entscheidend sind. Wir haben auf der operativen Seite viele Hausaufgaben erledigt und bereits die Hälfte unseres 2024 lancierten Ergebnisverbesserungsprogrammes in der Gesamthöhe von rund 40 Mio. CHF umgesetzt. Es entfaltet schrittweise seine Wirkung und bündelt konkrete Aktivitäten in den Bereichen Verwaltung, Medizin, Pflege und Support. Es umfasst Massnahmen zur Optimierung von Prozessen und Abläufen, Beschaffung und Standardisierung, die Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsangebots oder unterstützende Initiativen in den Bereichen IT, Organisation und Steuerung. Ein Beispiel ist das integrale Kapazitätsmanagement (IKM), welches 2025 am Standort Bruderholz eingeführt wurde, um die Verteilung und Belegung der Betten auf den Stationen zu optimieren. In der nächsten Phase wird das IKM schrittweise auch am Standort Liestal eingeführt. Ziel ist eine standortübergreifende, integrierte Kapazitätssteuerung für das gesamte KSBL.
«UNSER 2024 LANCIERTES ERGEBNISVERBESSERUNGSPROGRAMM ENTFALTET SCHRITTWEISE SEINE WIRKUNG.»
Weiterentwicklung des medizinischen Angebots und der Qualität
Mit der Eröffnung des Ambulanten Operationszentrums (AOZ) am Standort Bruderholz Ende April 2025 hat das KSBL sein Angebot im Bereich der ambulanten Medizin gezielt ausgebaut. Das neue Zentrum ermöglicht Eingriffe in modernen, patientenorientierten Strukturen und trägt wesentlich zur Stärkung der wohnortnahen, effizienten Versorgung bei.
Das Pilotprojekt «Spital zuhause» im Laufental wurde im Mai erfolgreich umgesetzt und hat gezeigt, dass komplexe Behandlungen in geeigneten Fällen auch ausserhalb des Spitals effizient und sicher durchgeführt werden können. Aufgrund der positiven Ergebnisse wird dieses neue Versorgungskonzept fortgeführt und schrittweise weiterentwickelt, auch dank der vom Landrat gesprochenen finanziellen Unterstützung für die Weiterentwicklung des Angebots durch das KSBL und die Klinik Arlesheim.
Darüber hinaus übernahm das KSBL die onkologische Sprechstunde im Lüsselpark Breitenbach sowie die Frauenpraxis im Birs Center Laufen, wodurch bestehende Versorgungsstrukturen in der Region gestärkt und Patientinnen und Patienten wohnortnahe Spezialsprechstunden angeboten werden können.
Eine weitere Innovation haben wir im Berichtsjahr entwickelt: Zusammen mit einer Krankenkasse entwickelte das KSBL das Grundversicherungsmodell «Hausspital», das das BAG im April 2025 per 1. Januar 2026 bewilligte. In Anlehnung an das bewährte Hausarztmodell stärkt das Grundversicherungsmodell «Hausspital» die Durchgängigkeit des Behandlungspfads. Die Entwicklung stiess nicht überall auf Zustimmung.
Im Berichtsjahr wurden zahlreiche Auditierungen und Rezertifizierungen durchgeführt, die die hohe Qualität der klinischen und organisatorischen Arbeit erneut bestätigten. Ergänzend dazu unterstreichen Habilitationen und Titularprofessuren die wissenschaftliche und akademische Leistungskraft des Spitals. 2025 war auch das erste volle Jahr als Universitäres Zentrum Bewegungsapparat der Orthopädie.
In der Pflegeausbildung wurde mit dem Einsatz von Virtual-Reality-Technologie ein innovatives Lehrinstrument eingeführt, das neue Möglichkeiten in der praxisnahen Aus- und Weiterbildung bietet. Gerade im Pflegebereich – in dem der Fachkräftemangel besonders spürbar ist – zeigt diese Technologie, dass wir moderne Lernformen aktiv fördern. Mit der VR-Brille können Mitarbeitende komplexe Situationen realitätsnah üben, Sicherheit gewinnen und Kompetenzen gezielt ausbauen. Das stärkt nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern positioniert das KSBL klar als innovative und attraktive Arbeitgeberin.
Stärkung der Zusammenarbeit und der Governance-Strukturen
Im Laufe des Berichtsjahres wurde das Führungsteam um den neuen CEO Lukas Rist vollständig etabliert und die Zusammenarbeit gezielt gefestigt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Stärkung der internen Kommunikation, um Transparenz, Vertrauen und eine offene Dialogkultur im gesamten Unternehmen zu fördern.
«WIR DANKEN UNSEREN ÜBER 3400 MITARBEITENDEN HERZLICH FÜR IHREN BEITRAG ZU DEN GEMEINSAMEN ERFOLGEN IM JAHR 2025.»
Die im April durchgeführte Mitarbeitendenbefragung mit einer hohen Beteiligung von 68 % lieferte wertvolle Erkenntnisse über die Zufriedenheit und die Entwicklungspotenziale innerhalb der Organisation. Um die Entwicklung des KSBL eng zu begleiten, wird die Befragung im März/April 2026 erneut durchgeführt.
Zur weiteren Professionalisierung der internen Steuerung und Governance wurde der Risikobewertungsprozess grundlegend überarbeitet und transparenter gestaltet. Ergänzend dazu wird mit der neuen Funktion «Internal Audit» ein unabhängiges Instrument zur systematischen Überprüfung und Sicherung interner Prozesse eingeführt. Zudem wird daran gearbeitet, ein umfassendes Compliance- und Speak-up-System zu implementieren. Dieses ermöglicht es Mitarbeitenden, Verstösse oder Missstände vertraulich zu melden. Damit soll eine Kultur der Integrität, der Verantwortung und der Offenheit gefördert werden.
Investitionen in die Infrastruktur und intensive Standortdiskussion
Unabhängig von der politischen Diskussion über den künftigen Standort hat das KSBL seine Infrastruktur weiter erneuert und die geplanten Investitionen wie vorgesehen umgesetzt. In Liestal wurde das neue Parkhaus gebaut, die Standardbettenstationen wurden modernisiert und unser Rettungsdienst ist in Liestal und in Laufen in die neuen Rettungswachen eingezogen – alles gemäss Zeitplan. Am Standort Bruderholz wurde das AOZ in Betrieb genommen und der Umbau der Zentralküche abgeschlossen. Insgesamt haben im Jahr 2025 Investitionen in Sachanlagen im Umfang von 40,3 Mio. CHF stattgefunden.
«WIR SIND FÜR ALLE DA: WIR BIETEN DER BEVÖLKERUNG EIN UMFASSENDES SPEKTRUM – VON DER GRUNDVERSORGUNG BIS ZUR UNIVERSITÄREN SPITZENMEDIZIN.»
Ein zentraler Aspekt in der öffentlichen Wahrnehmung des KSBL war im Berichtsjahr die laufende Diskussion um die Spitalstrategie und die Standortentwicklung in der Zukunft. Im Rahmenkonzept «Gesundheit BL 2030», das der Kanton Basel-Landschaft Ende November 2024 der Öffentlichkeit vorstellte, wurde auch die strategische Rolle des KSBL als Rückgrat der Gesundheitsversorgung im Kanton Basel-Landschaft geklärt. Im Jahr 2025 konnten wir diese Positionierung vollständig in unsere Aktivitäten einfliessen lassen, indem wir uns klar als ein Portfolioanbieter verstehen, welcher die breiten Bedürfnisse der Bevölkerung adressiert. In dieser Aufgabe wollen wir auch ein guter Teamspieler sein. Das zeigt sich in zahlreichen Kooperationen und gemeinsamen Projekten zum Beispiel mit der Klinik Arlesheim oder dem Universitätsspital Basel für universitäre und hoch spezialisierte Fälle.
Im Rahmen der öffentlichen Diskussionen zur Gesundheitsversorgung und zu den Spitalstandorten war auch die klare Zustimmung des Landrats zum Darlehen zur Liquiditätssicherung in Höhe von 150 Mio. CHF im Mai des Berichtsjahres erfreulich. Dieses positive Bekenntnis zum KSBL gab die nötige Planungssicherheit, bis die politischen Entscheidungen zur langfristigen Finanzierung getroffen sind.
Die intensive Auseinandersetzung mit den Zukunftsmodellen in Bezug auf die Standortevaluation prägte das Jahr massgeblich und führte zu einem engen Austausch zwischen dem Kanton Basel-Landschaft und dem KSBL. Um unabhängig vom definitiven Standortentscheid Planungssicherheit zu gewinnen und keine weitere Zeit zu verlieren, wurde im Juni der Projektwettbewerb für den Teilneubau am Standort Bruderholz abgeschlossen. Das Siegerprojekt «Beletage» des Totalunternehmers HRS in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Itten+Brechbühl AG überzeugte durch ein zukunftsweisendes Konzept. Auch die Baupläne für den Ersatzbau Behandlungstrakt in Liestal wurden neu geprüft, um der geplanten Ambulantisierung Rechnung zu tragen. Bis zum definitiven Standortentscheid bleiben die Projekte allerdings pausiert.
Personalfluktuation ist zurückgegangen
Der Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung. Zwar gelingt es dem KSBL, die offenen Stellen meist zügig zu besetzen, doch in einer Region mit hoher Konkurrenz gestaltet sich die Gewinnung geeigneter Fachkräfte nach wie vor als anspruchsvoll. Positiv ist die Entwicklung der Fluktuationsrate: Sie konnte von 14,1 % auf 11,7 % gesenkt werden. Dies ist ein schönes Signal, dass das KSBL als Arbeitgeber auf dem richtigen Weg ist.
Als Zeichen der Wertschätzung für den täglichen Einsatz unserer Mitarbeitenden schenkten wir im Sommer jedem und jeder abhängig vom Beschäftigungsgrad zwischen 150 und 300 CHF Feriengeld. Trotz weiterhin herausfordernder finanzieller Rahmenbedingungen investiert das KSBL 1,6 % der Lohnsumme in die Lohnrunde 2026.
Das KSBL führt seinen Auftrag als wichtigstes Ausbildungsspital für Gesundheitsberufe im Kanton Basel-Landschaft unvermindert weiter. Insgesamt haben über 480 Personen in den Kategorien Assistenzärzteschaft, HF- und FH-Studierende sowie Lernende im Berichtsjahr eine Aus- und Weiterbildung am KSBL absolviert.
Im Rahmen der Feedback-Kultur freut uns besonders, wenn das Engagement in der Ausbildung anerkannt wird. Die folgenden Grafiken, die auf Daten des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiterund Fortbildung (SIWF) basieren, zeigen als schöne Beispiele, wie Assistenzärztinnen und Assistenzärzte drei unserer anerkannten Ausbildungsstätten der höchsten Kategorie (A) durchweg über oder im schweizerischen Benchmark bewerten.
Quelle: Daten von der Website des SIWF (Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung)
Nachhaltigkeit – integrierter Ansatz
Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten des KSBL. In unterschiedlichen Bereichen werden Initiativen und Projekte umgesetzt, die ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung vereinen und zu einer langfristig tragfähigen Gesundheitsversorgung beitragen. Mit dem nun dritten eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht legt das KSBL dar, welche Fortschritte in den Dimensionen Ökologie, soziale Verantwortung und Governance (ESG) erreicht wurden und welche Schwerpunkte weiterhin verfolgt werden.
«2026 WIRD OPERATIV UND POLITISCH EIN RICHTUNGSWEISENDES JAHR.»
Ausblick
2026 wird operativ und politisch ein richtungsweisendes Jahr. Der Standortentscheid des Kantons Basel-Landschaft wird die nächsten Jahre des KSBL massgeblich bestimmen. Unabhängig vom Ausgang bleibt unser Kernmandat bestehen: Das KSBL bildet das Rückgrat der kantonalen Gesundheitsversorgung. Wir werden uns darauf konzentrieren, Exzellenz und Effizienz in allen Bereichen voranzutreiben, und unterstützen unsere Patientinnen und Patienten konsequent und partnerschaftlich.
Das Wichtigste zum Abschluss: Wir danken unseren über 3400 Mitarbeitenden herzlich für ihren Beitrag zu den gemeinsamen Erfolgen im Jahr 2025. Mit ihrem hohen Mass an Kompetenz, Engagement und Leidenschaft haben sie tagtäglich zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten beigetragen. Wir blicken zuversichtlich auf das Jahr 2026 und sind überzeugt, mit diesem starken Team auch künftig weiter erfolgreich zu sein.
Barbara Staehelin
Verwaltungsratspräsidentin
Lukas Rist
CEO