Wenn die Blutgefässe erkranken und das Blut nicht mehr gut fliessen kann, leiden Organe wie Herz, Gehirn, Nieren sowie die Extremitäten. Das Zentrum Herz, Gefäss & Thorax ist auf die Probleme spezialisiert, die als Folge davon auftreten. Weil es sich dabei um unterschiedliche Krankheitsbilder handelt, spielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung eine entscheidende Rolle. Als typisches Beispiel nennt Dr. med. Georg W. Meier-Fiorese, stellvertretender Leiter des Zentrums, den 68-jährigen Patienten Kurt S.. Er ist starker Raucher, leidet unter Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Durchblutungsstörungen. Dies erfordert immer wieder unterschiedliche Behandlungen. Aufgrund des Diabetes sind die kleinen und wegen des Rauchens die grossen Gefässe eingeschränkt. Die Niere ist bereits beschädigt, sodass Kurt Dialyse braucht. Weil die Herzkranzgefässe ebenfalls betroffen sind, erlitt er einen Herzinfarkt. Nebst Amputationen an den Füssen wurden offene Rekonstruktionen von grossen Gefässen vorgenommen, um den Blutfluss wiederherzustellen. Weitere Fachleute kümmern sich um seinen Blutzucker und beraten ihn in Ernährungsfragen. Regelmässig geht Kurt zum Leiter der Angiologie, Dr. med. Patrick Nussbaumer, in die Kontrolle. Die Gefässspezialistinnen und -spezialisten der Inneren Medizin stellen die Diagnose und führen die Nachkontrollen durch. Die Gefässchirurgie kommt zum Einsatz, wenn ein Eingriff nötig ist.

Massnahmen für mehr Durchfluss

Einen weiteren wichtigen Part im Zentrum spielt das Radiologie- Team unter Chefarzt Dr. med. Damien Toia, welches einen Teil der Diagnostik und der Behandlungen vornimmt. Durchblutungsstörungen liessen sich nicht eliminieren, sagt Dr. Meier-Fiorese. «Wir können nur die Beschwerden lindern. Die Grunderkrankung, die Arterienverkalkung, ist nicht heilbar.» Eine Gefässerkrankung, die der Gefässchirurg häufig antrifft, ist die Schaufensterkrankheit. Aufgrund von Durchblutungsproblemen in den Beinen müssen Betroffene immer wieder stehen bleiben. «Bei einer Engstelle im Gefässsystem kommt nicht genügend Sauerstoff an und das verursacht Muskelschmerzen.» Um den Durchfluss wieder zu ermöglichen, gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann der Kalk an den Gefässwänden operativ herausgeschält oder ein Bypass gelegt werden. «Das machen wir mit einer Vene, welche wir über eine grössere Strecke von der Leiste bis zum Fuss legen.» Eine weitere, schonende Möglichkeit ist die sogenannte Intervention. In diesem Fall führt der Radiologe unter Lokalnarkose einen Draht mit einem Ballon durch das Gefäss, um es zu erweitern. «Manchmal kombinieren wir diese Verfahren miteinander, indem wir die grösste Engstelle in einer kürzeren Operation beseitigen und der Radiologe gleichzeitig mit seinen Möglichkeiten weitere Probleme löst.»

Es gibt viele Optionen, um das beste Resultat zu erreichen

Dabei wird nicht nach einem Schema gearbeitet. «Wir entscheiden immer unter Berücksichtigung des Risikoprofils. Kommt eine Vollnarkose nicht infrage, wenden wir andere Methoden an.» Während bei den einen die Blutbahnen zu eng sind, leiden andere unter dem Gegenteil. Die Spezialistinnen und Spezialisten des Zentrums Herz, Gefäss & Thorax arbeiten Hand in Hand und tauschen sich laufend zu sämtlichen Fällen aus. «Jede Woche findet eine Sitzung mit den Teams an den Standorten Bruderholz und Liestal statt. In der restlichen Zeit stehen wir in engem Kontakt zueinander.» So haben Patientinnen und Patienten an allen drei Standorten vollen Zugriff auf das gesamte Spektrum.

 


 

Dr. med.

Georg Wilhelm Meier-Fiorese

Chefarzt
Klinik Gefäss- & Thoraxchirurgie
Leiter Zentrum Herz, Gefäss & Thorax
+41 61 400 37 04
E-Mail
Dr. med.

Patrick Nussbaumer

Senior Consultant
Angiologie
+41 61 400 23 66
E-Mail

Zentrum Herz, Gefäss & Thorax

Das Zentrum Herz, Gefäss & Thorax ist für alle Erkrankungen und Beschwerden im Zusammenhang mit der Atmung, dem Herzkreislauf und den Gefässen zuständig. Es umfasst die Spezialdisziplinen Gefäss- & Thoraxchirurgie, Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und das Venenzentrum auf dem Bruderholz.

ksbl.ch/zhgt

 


Dieser Beitrag ist im Dezember 2024 im Medizin Aktuell erschienen.