Zurück aufs Spielfeld nach Kreuzbandriss
Manchmal hat ein kleiner Fehltritt weitreichende Folgen. So erging es Markus S.* Der begeisterte Handballspieler verletzte sich während eines Turniers das Knie und suchte aufgrund starker Schmerzen die Notfallstation des Bruderholzspitals des Kantonsspitals Baselland (KSBL) auf. Nach der Erstuntersuchung bestätigte sich der Verdacht: Markus S. hatte sich das vordere Kreuzband gerissen. «Sportverletzungen am Knie gehören zu den häufigsten Verletzungen im Breiten- und Vereinssport», erklärt Dr. med. Natalie Mengis, Leitende Ärztin Kniechirurgie und Sportorthopädie. Besonders bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, Sprüngen oder abrupten Stopps kommt es immer wieder zu solchen Verletzungen.
Für die weitere Behandlung wird Markus S. an das Universitäre Zentrum Bewegungsapparat am Standort Bruderholz überwiesen. In der spezialisierten Kniesprechstunde bespricht Dr. med. Natalie Mengis gemeinsam mit ihm die Diagnose sowie mögliche Therapieoptionen. Da der Hobbysportler auch künftig Handball spielen möchte, entscheiden er und das Behandlungsteam sich für eine operative Rekonstruktion des Kreuzbandes.
Begleitung auf dem ganzen Weg
«Unser Anspruch ist es, Patientinnen und Patienten nicht nur operativ zu behandeln, sondern sie über den gesamten Genesungsprozess hinweg zu begleiten – von der Operation über die Rehabilitation bis hin zur sicheren Rückkehr zum Sport», betont Dr. Mengis. Das interdisziplinäre Team verfolgt dafür ein strukturiertes Behandlungskonzept. Chirurgische Expertise, Physiotherapie und sportmedizinische Betreuung greifen eng ineinander und bilden einen ganzheitlichen Therapiepfad. Ziel ist es, nicht nur die Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen, sondern auch Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination systematisch aufzubauen.
Ein wichtiger Bestandteil beginnt bereits vor der Operation: Markus S. nimmt an einem speziell entwickelten Vorbereitungsprogramm teil, um das Knie bestmöglich auf den Eingriff vorzubereiten. «Wir haben mit unseren Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ein strukturiertes Programm entwickelt, um Patientinnen und Patienten optimal auf die Operation vorzubereiten. Das wird Prähabilitation genannt», erklärt die Ärztin. «Studien zeigen, dass sie dadurch schneller Fortschritte machen und früher in den Alltag und zum Sport zurückkehren können.»
Nach der Operation folgt eine individuell angepasste Rehabilitation. Über mehrere Monate hinweg wird Markus S. eng vom Behandlungsteam begleitet. Regelmässige ärztliche Kontrollen sowie physiotherapeutische Assessments stellen sicher, dass das Knie schrittweise und kontrolliert belastet wird.
«Sportverletzungen am Knie gehören zu den
häufigsten Verletzungen im Breiten- und Vereinssport.
Sicher wieder Sport treiben
Ein zentraler Bestandteil der Nachsorge ist die sogenannte «Return-to-Activity-Testung ». Dabei wird systematisch überprüft, ob Kraft, Stabilität, Beweglichkeit und Koordination ausreichend wiederhergestellt sind, um eine sichere Rückkehr zum Sport zu ermöglichen. «Wir sehen unsere Patientinnen und Patienten regelmässig zur Nachkontrolle und führen nach sechs, neun und zwölf Monaten standardisierte Tests durch», sagt die Orthopädin. «Diese helfen uns zu beurteilen, wann eine sichere Rückkehr zum Sport möglich ist. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, weitere Verletzungen zu verhindern.»
Für Markus S. beginnt nun ein intensiver, aber klar strukturierter Weg zurück zur Bewegung. Dank moderner operativer Techniken, interdisziplinärer Rehabilitation und wissenschaftlich fundierter Prävention stehen die Chancen gut, dass er bald wieder dort steht, wo seine Geschichte begann – auf dem Handballfeld.
Mehr als Standardmedizin
Was uns einzigartig macht, ist die ganzheitliche, interdisziplinäre Betreuung über den gesamten Genesungsprozess hinweg, koordiniert von Dr. med. Natalie Mengis, Leitende Ärztin Kniechirurgie und Sportorthopädie. Sie bringt nicht nur chirurgische Expertise ein, sondern berücksichtigt gezielt geschlechtsspezifische Aspekte und hormonabhängige Faktoren, die insbesondere für weibliche Patientinnen relevant sind. Von der individuellen Vorbereitung (Prähabilitation) über die Operation und massgeschneiderte Rehabilitation bis hin zur sicheren Rückkehr zum Sport greifen Orthopädie, Physiotherapie und Sportmedizin bei uns nahtlos ineinander. So unterstützen wir gezielt die Wiederherstellung von Stabilität, Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination und sorgen dafür, dass unsere Patientinnen und Patienten schneller, sicherer und nachhaltiger wieder aktiv werden.
* Name geändert
Angebot der Kniechirurgie am KSBL
Bei Knieproblemen aller Art sind wir Ihr kompetenter medizinischer Ansprechpartner (Liste nicht abschliessend):
- Moderne minimalinvasive Operationen am Kniegelenk
- Meniskus- und Knorpelbehandlungen
- Kreuzbandrekonstruktionen
- Korrektur von Beinachsenfehlstellungen und Kniescheibeninstabilitäten
- Versorgung von Brüchen rund um das Kniegelenk (Frakturversorgung)
- Knieprothesenversorgung bei fortgeschrittener Arthrose (Teilprothesen und Totalprothesen)
- Wechsel von Knieprothesen (Revisionsprothetik)
Dieser Beitrag ist im April 2026 im Magazin Regio aktuell erschienen.